Die industrielle Tierproduktion

Seit der Jahrtausendwende ist der Bestand landwirtschaftlich gehaltener Tiere in der Schweiz um beinahe die Hälfte gestiegen. Fast 80 Millionen Tiere wurden 2020 zur Fleischgewinnung gemästet und getötet. Gleichzeitig ist die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe von rund 70’000 auf weniger als 55’000 zurückgegangen. Heute werden pro Betrieb erheblich mehr Tiere gehalten, was sich negativ auf das Tierwohl auswirkt.

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Die Initiative verankert die Tierwürde in der Landwirtschaft

  • In der Massentierhaltung werden die Grundbedürfnisse der Tiere in praktisch allen Belangen missachtet. Grosse Gruppen von Individuen werden auf engstem Raum zusammengepfercht und haben meist keinen Zugang ins Freie.
  • Trotz ihrer Leidensfähigkeit werden Tiere in der Massentierhaltung nicht als Lebewesen, sondern als Produkte betrachtet – entgegen den Werbebildern der Milch- und Fleischlobby.
  • Wie die heutigen Zustände zeigen, reicht das geltende Tierschutzgesetz nicht aus, um drastische Einschnitte in das Wohlbefinden und die Würde der Tiere zu verhindern. Es muss deshalb dringend geändert werden.
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Die Initiative stärkt die Gesundheit von Mensch und Tier

  • Zunehmende Antibiotikaresistenzen gehören zu den grössten Herausforderungen unserer Zeit. Die industrielle Tierproduktion führt zu höheren Krankheitsrisiken, zu mehr Keimen und zu einem höheren Antibiotika- bzw. Medikamenteneinsatz.
  • Die Massentierhaltung fördert Pandemierisiken. Immer mehr setzen sich Systeme durch, in denen Tiere auf unterschiedlichen Höfen geboren, aufgezogen und gemästet werden. Jeder Wechsel ist mit Infektionsrisiken verbunden.
  • Indirekt trägt die industrielle Tierproduktion zu Gesundheitsrisiken bei, indem sie mit Billigfleisch den Konsum fördert. Der übermässige Konsum von Tierprodukten kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Übergewicht führen.
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Die Initiative betrifft hauptsächlich industrielle Grossbetriebe

  • Gemäss Bundesrat wären nur rund 5 % der landwirtschaftlichen Betriebe von der Initiative betroffen. Dazu gehören vor allem die grossen, fabrikähnlichen Mastbetriebe, die bis zu 27’000 Hühner, 1’500 Schweine oder 300 Rinder in einem Stall halten.
  • Hauptprofiteure des heutigen Systems sind die Futtermittelfabrikanten und -händler sowie die Grossverteiler bzw. Micarna und Bell mit ihren Schlachthöfen und Fleischverarbeitungsindustrien.
  • Die bodenunabhängige industrielle Tierproduktion ist nicht auf Landwirtschaftsland angewiesen. Es stellt sich die Frage, wieso Masthallen auf Kulturland gebaut werden dürfen und nicht in die Industriezone gehören.
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Die Initiative sichert eine zukunftsfähige Landwirtschaft

  • Tierprodukte sind für 85 % aller Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft verantwortlich. Die industrielle Tierproduktion führt zudem zu lokal erhöhten Ammoniak- und Lärm-Emissionen.
  • Aktuell importiert die Schweiz 1,4 Millionen Tonnen Futtermittel pro Jahr. Die Futtermittelimporte erlauben es, viel mehr Tiere zu halten, als in der Schweiz standortangepasst wären.
  • Die Schweiz kann ihrem Selbstverständnis einer ressourcenschonenden, tierfreundlichen Landwirtschaft gerecht werden, indem Tiere wieder vermehrt auf Grasland gehalten werden und der Import von Futtermitteln reduziert wird.
«Massentierhaltung würdigt Tiere zum Produkt herab und verneint damit ihren Anspruch auf Würde. Tiere sind aber keine blossen Sachen und sollen deshalb auch nicht so behandelt werden.»
Daniel Jositsch – Ständerat SP

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